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Der Erzeugungsmix im ersten Quartal: Erneuerbare auf niedrigem Niveau

Der Trend vom Jänner setzte sich im Februar und März weitgehend fort. Die Stromerzeugung aus Wasser-, Wind- und Solarkraft blieb auf niedrigem Niveau. Dies führte wiederum zu anhaltend hohen Strompreisen, die erst ab Mitte März wieder sanken.

Erzeugungsmix in Österreich

Der anhaltend trockene Winter und vergleichsweise wenig Wind und Sonne haben den erneuerbaren Energieträger im 1.Quartal 2025 zu schaffen gemacht. Nach mehr als einem Jahr Nettoexport wurde wieder viel Strom importiert, was vor allem auf die niedrige Wasserführung der Flüsse zurückzuführen ist.

Quelle: energy-charts.info

Erzeugung aus Laufwasserkraft

Die Stromerzeugung aus Laufwasserkraft erreichte im Februar den niedrigsten Wert im betrachteten Zeitraum der letzten 5 Jahre. Es wurden nur 1282 GWh erzeugt, das Jahresmittel der letzten 5 Jahre lag im Februar bei 1945 GWh.

Quelle: energy-charts.info

Auswirkungen auf die Strompreise

Wie ich bereits in meinem Beitrag im Januar aufgezeigt habe, reagieren die Börsenstrompreise relativ sensibel auf die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Diese wirken dämpfend, da die variablen Gestehungskosten gegen Null gehen. Durch die Förderung, die teilweise feste Vergütungen bietet, gibt es auch keinen Anreiz, die Produktion zu drosseln. Dies führt ab Mitte März wieder zu negativen Preisen.

Quelle: EPEX Spot, eigenes Werk

Interessant ist, dass trotz niedrigerer Tagesminimalpreise die Mittelwerte nahezu konstant bleiben. Die Niedrigpreisperioden konzentrieren sich auf wenige Stunden am Tag, vor allem um die Mittagszeit, was bedeutet, dass bereits zu Beginn des Frühlings hohe PV-Erträge erzielt werden.

Ausblick

Der Zubau von weiteren 2 GW Photovoltaik in 2024 wird sich in diesem Jahr sicher auch in den Preisen bemerkbar machen. Bis zum Sommer erwarte ich generell wieder niedrigere Strompreise, aber nicht mehr so niedrig wie letztes Jahr, da die Wasserkraft wegen weniger Schmelzwasser nicht mehr in dem Maße einen Beitrag zur Grundlast liefern kann. Die tageszeitlichen Schwankungen werden wahrscheinlich zunehmen, aber der steigende Kühlbedarf wird im Gegenzug auch den Strombedarf an sonnigen Tagen erhöhen und damit Angebot und Nachfrage besser in Einklang bringen.

Ich bin gespannt, wie sich das in den nächsten Monaten entwickelt. Ich halte Euch auf dem Laufenden!

Euer Michael

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